Kolloquien für die Abiturprüfung

„Frau G. bieten Sie eigentlich Kolloquien für die mündliche Geschichtsprüfung an? Unser vorheriger Lehrer hat das gemacht! Und zwar für alle Kurse! Grund – und Leistungskurs…“

Hier sind wir wieder beim altbekannten Problem: Die Zwölfer bekommen ihre Vorprüfungspanik und der Lehrer darf (und will^^) diese natürlich gerne ausbaden.

Bisher war es an unserer Schule folgendermaßen geregelt:

Ein Lehrer macht alles (fachlich, alle Lernbereiche der Geschichte) und für alle (Grund- Leistungskurs, mündliche und schriftliche Abiturprüfung, Studienvorbereitung), erhält natürlich dafür KEINE Abminderungsstunden und die anderen „entspannen“ sich.

Ich finde diese Regelung absolut bescheiden! Darüber hinaus bin ich nicht bereit diese Verantwortung zu übernehmen

1.) aus zeitlichen Gründen (Familie, Fahrtwege etc., Vorbereitungen)

2.) aus fachlichen Gründen (Ich bin erst seit kurzem Lehrer und glaube nicht, dass ich alles weiß)

3.) aus prinzipiellen Gründen (Teamwork und Arbeitsteilung ist alles ^^)

 

Also habe ich den anderen Kollegen einfach mitgeteilt: Wir teilen das auf. Jeder macht zwei Kolloquien zu de  Themen seiner Wahl und zu dem Datum an welchen er Zeit hat.

Beispiel:

1.2. 2018      7/8.h         Lehrerin: Frau G.    Thema: Industrialisierung und soziale Frage

14.2. 2018    8/9.h         Lehrerin: Frau S.     Thema: Bismarcks Außenpolitik

etc.

Somit sind alle beteiligt, die Schülerinnen und Schüler können ganz speziell IHREN Kurslehrer auch einmal Fragen stellen und keiner hat übermäßig Zeit und Mühen.

 

Vorschlag wurde angenommen =)

Danke, meine lieben Kollegen =)

Korrekturkonferenz

Das Prinzip der Schreibkonferenz ist vielen Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern bewusst. Doch möchte ich heute auf die Korrekturkonferenz aufmerksam machen, die ich selbst bereits in den Jahrgangsstufen 5,8 und 10 ausprobiert habe und von allen Klassen Zustimmung zu dieser Methode erhalten habe.

Das Prinzip funktioniert folgendermaßen:

Die SuS schreiben einen Übungsaufsatz zu einem Thema (Beispiele: Klasse 5 – Erzählung einer Abenteuergeschichte, Tierbeschreibung; Klasse 8: Figurencharakteristik, Klasse 10: Interpretation einer Dramenszene aus FAUST I).

Dieser dient vorbereitend dem tatsächlichen Aufsatz. Ein Aufsatz, beispielsweise für eine Figurencharakteristik, hat ein vorher festgelegtes Erwartungsbild. Auch wenn das Aufsatzthema ein anderes ist, so ähneln sich doch die Erwatrungsbilder, da diese ohnehin recht offen gestaltet sein sollten.

Anbei eines meiner Erwartungsbilder (Klasse 8, Gymnasium, Figurencharakteristik):

Aufsatzbewertung

Dieses Erwartungsbild wird den SuS gegeben. Doch statt mithilfe der Kriterien ihren eigenen Aufsatz kritisch zu untersuchen, bekommen sie  entweder den eines jeweils anderen Mitschülers (Variante A) oder die SuS werden in Gruppen aufteilt, die quasi als Spezialisten für „Sprachliche Mittel“ , „Merkmale einer guten Einleitung“ , „Rechtschreibung“ etc. arbeiten (Variante B).

Sollte der Aufsatz fertig korrigiert sein (Variante A), wird es entweder an den Schüler zurückgegeben oder an einen zweiten Korrektor weiter gereicht.

Wenn der Aufsatz/die Aufsätze in den Arbeitsgruppen fertig ist, wird er an die nächste Arbeitsgruppe gegeben. Es entsteht ein zirkulares System, was meist dazu führt, dass fast alle Aufsätze von anderen gelesen werden.

 

Folgen der Methode:

Um bei anderen Fehler zu verbessern, muss man diese erkennen (was das für den Lernenden bedeutet, dürfte jedem klar sein ^^)

Das herausgegebene Erwartungsbild des Lehrers vermeidet Unsicherheiten. Die SuS wissen genau, was im Aufsatz gefordert sein wird. Daraus ergibt sich eine bessere Nachvollziehbarkeit der Bewertung.

Die SuS erkennen qualitative Unterschiede und wissen, an wen sie sich bei diversen Problemen (inhaltlich, grammatisch, Ausdruck) wenden können.

Sie sind in der Lage den Unterschied zw. einem Aufsatz mit NOte 2 oder 4 unterscheiden zu können.

Sie können zu Hause die „abzuarbeitenden“ Aspekte effektiv lernen/sich einprägen und somit sicherer in die Klassenarbeit gehen.

 

 

 

Buskinder…

Ein Problem, welches nur ein Landlehrer wirklich nachvollziehen kann, ist das mit dem Schulbus.

Meine Schülerinnen und Schüler kommen alle aus unterschiedlichen Nachbarorten unserer kleinen Kreisstadt. Die Busse nach X fahren immer fünf nach (bitte Schaubild Dorfkinder/Stadtkinder zum Verständnis beachten!), die Busse nach Y fahren immer 10 nach usw.

Das heißt für uns Pädagogen: Bei ungefähr 25 Linienbussen fahren alle zu unterschiedlichen Zeiten, an unterschiedlichen Haltestellen im näheren Umkreis ab.

Diese Undurchsichtigkeit für alle Auto fahrenden Kollegen (mich eingeschlossen!) bringt es mit sich, dass man keine Ahnung hat, wann die Schülerinnen und Schüler genau zu ihrem Bus müssen.

Man weiß nur: irgendwann nach der Schule werden die Kinder und Jugendlichen irgendwo von ihrem Bus abgeholt und in irgendeinem Dorf im Umkreis von 20km wieder abgesetzt.

Ein Umstand, den sich viele Teenager zunutze machen.

Die Mittagspause beginnt um 12:20 Uhr und endet normalerweise 12:50 Uhr. Rein rechnerisch bedeutet dies für die nachfolgende Doppelstunde von 90 min Dauer, dass diese um 14:20 Uhr zu Ende ist.

Seitens vieler Kollegen und Klassen ist die gängige Praxis die Mittagspause einzukürzen, damit die SuS einen Bus eher nach Hause können, und eben nicht eine besagte Unterrichtsstunde länger, umsonst, in der Schule hängen müssen (auch uns Lehrerin ist es lieber, wenn kein gelangweiltes Kind in den Gängen herumhängt, denn gelangweilte Kinder kommen oft auf interessante Gedanken!).

Nun ergab es sich, dass ich eine solche Stunde (ab 12:50 Uhr) in einer Klasse 9 halten sollte. Gemäß den schulischen Gepflogenheiten kürzte ich die Pause um zehn Minuten ein, die SuS erschienen pünktlich um 12:40 Uhr , statt regulär 12:50 Uhr und der Unterricht nahm seinen Lauf.

14:00 Uhr wurde es unruhig. Ich, der Pädagoge mit Herz, dachte daran, dass die Jugendlichen langsam nach Hause wollten, schließlich waren es die letzten zehn Minuten eines langen Tages und so dachte ich mir recht wenig dabei (außer der Klassiker natürlich: „Für mich ist es auch die siebte Stunde!“).

14:02 Uhr: Eine zaghafte Meldung, dass „Wir jetzt losmüssen, weil unser Bus um 14:05 Uhr fährt und  (Vorsicht Klassiker!)  – … wir das immer so gemacht haben, dass wir eher gehen durften!“

Ich erklärte, dass wir ausgemacht hätten, 14:10 Uhr zu gehen und das es nicht sein kann, dass jmd. 14:05 Uhr seinen Bus schaffen muss.

Schüler X: „Mein nächster Bus fährt aber erst 16:10 Uhr und ich habe meiner Mama bereits Bescheid gesagt, mit welchem Bus ich zu Hause bin…!“

„Wir machen nachmittags immer nur 80 statt 90 Minuten! Nur bei Ihnen nicht!“

(Ich …böse, böse Lehrerin!)

Ich erlaubte den SuS ausnahmsweise eher zu gehen (da Handyverbot herrscht und die Eltern sich sonst sinnlos Sorgen machen würden etc.), aber kommende h eine andere Lösung gefunden werden müsse…

Der Plan meinerseits war folgender:

1.) oberstes Gebot – du kürzt deine 90 Minuten auf keinen Fall ein …(das Leben ist doch kein Wunschkonzert!)

2.) Plan A: Mittagspause bis 12:40 Uhr/Unterricht bis 14:10 Uhr

3.) Plan B: Mittagspause bis 12:30 Uhr/Unterricht bis 14:00 Uhr

Falls Plan A und B nicht funktionieren, wird Unterricht von 12:50 – 14:20 Uhr gemacht, BASTA!

Meine SuS fanden meinen Plan, wie zu erwarten nicht sonderlich gut…

„Wir schaffen es niemals in 10 Minuten Mittag zu essen, da wir immer lange anstehen!“

„14:10 Uhr nützt uns nichts, da unser Bus nach Z um 14:05 Uhr fährt!“

„Unsere Eltern sind total sauer, dass Sie uns nicht gehen lassen!“

Ich daraufhin die Schülerinnen und Schüler auf ihre Schulpflicht verwiesen, sowie angeboten, den Eltern den Sachverhalt gern persönlich zu schildern.

„Sie sind gemein – jeder Lehrer macht nur 80 Minuten!“

(Im Nachhinein erfuhr ich, dass dies tatsächlich einige Kollegen machen…, aber ok!)

 

Einen Tag später hatte ich einen Rückrufwunsch einer Mutter eines 14:05-Uhr-Buskindes. Ich machte mich ehrlich gesagt auf schlimme Diskussionen gefasst.

Doch die Mutter war, typisch Land eben^^, vollkommen entspannt.

„Entschuldigen Sie bitte. Ich möchte nur einmal wissen, wie das jetzt genau mit den Bussen geregelt wird. Mein Kind sollte nicht den 16:10 Uhr- Bus nehmen. Das ist sehr spät.“

Ich erklärte ihr, dass ich dafür die Mittagspause einkürzen müsste. Ich aber nicht bereit bin meinen Unterricht zu kürzen…

Mutter: „Das finde ich gut. Den Kindern muss beigebracht werden, dass 90 Minuten, nun einmal 90 Minuten sind. Später können sie auch  nicht kommen und gehen, wann es ihnen passt! Ich rede mit meinem Kind, dass er 12:30 Uhr pünktlich zum Unterricht erscheint, andernfalls behalten Sie ihn länger da und dann muss er eben bis 16:10 Uhr warten. Das macht er einmal und dann kommt er schon immer pünktlich um 12:30 Uhr“…


Man kann sich vorstellen – ich hatte gute Laune =)

„Auf dem Land kenne ich gar keinen!…

… und lerne auch keinen kennen.“

UND…

  • da leben ja nur alte Leute
  • es gibt keine Cafe´s und Bars
  • es gibt nicht einmal dm, sondern nur Rossmann!

Stop, Stop. Genug Klischees für einen Tag…

Entgegnung einer Provinzlehrerin:

  • wenn es dort nur alte Leute gibt, warum gibt es dann dort überhaupt Schulen?
  • die besten Brötchen macht bekanntlich der dorfeigene Bäcker, meist mit angegliedertem Cafe
  • und…Vorsicht SPOILER: es gibt im Jahr 2017 auch vegane Nahrungsmittel auf dem Land! Und natürlich auch Bananen ;-)…
  • Bars: jeder Ort hat eine Dorfkneipe und jede Kleinstadt hat mind. eine Bar – Google is your friend ^^
  • Zugegeben: dm ist nicht sooft vertreten wie Rossmann, aber ich behaupte, dass fast jede größere Kleinstadt im Erzgebirge einen dm hat und noch besser: wenn diese einen dm haben, dann auch stets einen Rossmann.

Beispiele für meine Behauptungen:

Vegan essen:

Gasthof Walfisch in Zwota/ Vogtland (http://gasthof-walfisch.de/shop/kalt-warme-bufetts/398-bufett-vegan.html)

Gaststätte Waldhof in Börnichen/Erzgebirge

dm-Märkte:

dm in Zschopau, Aue, Annaberg-Buchholz, Lugau, .. (Erzgebirge)

dm in Plauen (2x) und Greiz (Vogtland)

Zum Schluss das Thema „Kennenlernen“:

Als Lehrerin an meinem Gymnasium kann ich mich tatsächlich fast als „Quoten – junges Gemüse“ sehen.

Aber eben auch nur fast. Von den ca. 45 Lehrkräften sind ca. 7 um die 30. Das ist nicht viel, aber auch nicht  wenig.

Und dieses Jungsein unter vielen „reiferen Kolleginnen“ schweißt zusammen. Irgendwie ist man in vielen Dingen einer Meinung.

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Beispiel aus dem Schulalltag:

Wir haben seit Neuestem eine Slackline auf dem Schulhof. Während die Kinder und Jugendlichen mutig darüber balancieren, schlagen die älteren Semester zur Aufsicht regelmäßig die Hände über dem Kopf zusammen:

  • „Martin – nicht springen, wenn die Steffi balanciert!“
  • „Das Ding ist zum Balancieren da, nicht für den Hürdenlauf, Lena!“

Meine junge Kollegin und ich beobachten die kreativen Auslegungen der Schülerinnen und Schüler für die Nutzung der Slackline gelassen.

  • „Tina! Du kannst herunterfallen. Das tut ziemlich weh, weißt du?!“, ruft eine ältere Kollegin wild gestikulierend.

Meine „junges-Gemüse“-Kollegin sagt in dem Moment lediglich zu mir:

  • „Das wird die Tina schon merken, wenn es passiert!“

Ich nicke zustimmend. Aus dem Reitsport ist das Sprichwort bekannt:

„Du bist erst dann ein richtiger Reiter, wenn du mindestens 1x in deinem Leben vom Pferd gefallen bist.“

Ich glaube dieses Zitat trifft unsere Auffassung von Pädagogik ganz gut…

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Neben den Kollegen an der Schule gibt es für junge Lehrerinnen und Lehrer in (nahezu) jedem Bundesland Fortbildungsveranstaltungen für junge Kollegen.

In Sachsen nennt es sich begleitete Berufseinstiegsphase (kurz: bBEPh, Anmeldung unter: http://www.bbeph.de/). Es dient der Reflexion gesammelter Erfahrungen und ev. notwendiger Lösungsstrategien bei typischen „Anfängerproblemen“ in Bezug auf Durchsetzbarkeit, Elternarbeit, Zeitmanagement etc.

Diese Seminare bringen junge Lehrerinnen und Lehrer aus der Region zusammen und ins Gespräch. Daraus können sich viele kollegiale, aber auch freundschaftliche Kontakte entwickeln (natürlich ist auch noch ein bisschen „mehr“ möglich!). Denn genau, wie man selbst, sind auch diese Lehrerinnen und Lehrer oft neu in der Provinz und hat diesselben Ängste wie ihr – perfekt zum Kennenlernen =)

 

 

 

 

 

 

 

Kennenlern – Erwärmungs – DarstellendesSpiel – Methodik

Die Idee zu dieser Methode kam mir, als ich über meine erste Stunde in Klasse 9 „künstlerisches Profil“ (in Sachsen als ein vertiefter Neigungskurs ab Klasse 8 am Gymnasium möglich) nachdachte.

Erwärmungsübungen sind für Schülerinnen und Schüler im Bereich des darstellenden Spiels unabdingbar. Sie verlieren ihre Hemmungen, gewinnen Vertrauen zu einander und üben sich gleichzeitig im Umgang mit Gestik und Mimik. Es erwärmt die Stimme und Muskeln und stimmt die Jugendlichen auf die kommende Unterrichtsstunde ein.

Gleichzeitig können solche Ideen auch oft als Kennenlernspiel bei größeren Klassen genutzt werden, die sich nämlich bei: Ich heiße…, mein Hobby ist… etc. schnell langweilen.

Die Idee ist folgende:

Die Jugendlichen bilden gemeinsam, am besten mit der Lehrkraft gemeinsam, einen Kreis.

Sie fassen sich an den Händen.

Der, den Anfang macht, überlegt sich eine Stimmung (traurig, wütend, fröhlich etc.).

Er gibt diese „Stimmung“ allerdings weder mit seiner Stimme, seinem Gesicht oder seinem Körper wieder. Lediglich der Händedruck gegenüber dem rechten Partner drückt dessen Stimmung aus (leicht, doppelt, „schmerzhaft“ etc.).

Der Kreisnachbar überlegt, welche Stimmung gemeint sein könnte und macht diese vor.

Die anderen müssen diese erraten bzw. der „Stimmungsmacher“ löst auf.

So geht es im Kreis herum.

Steigerung:

Linke und rechte Hand drücken unterschiedliche Stimmungen aus und der Kreis geht in zwei Richtungen.

Somit müssen gleich zwei „Stimmungen“ erraten werden.

Reflexion:

Anschließend kann über „gute“ und „schlechte“ bzw. uneindeutige Händedrücke diskutiert und deren Bedeutung für das Darstellende Spiel diskutiert werden.

 

Methodentipp von anderen Websites:

Mark Collard hat in seinem youtube-Video einen wunderbaren Group Enegiser aufgezeichnet. Macht sehr viel Spaß und fördert die Konzentration:

 

 

Der Mensch muss sich in die Natur schicken lernen; aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll. (I. Kant)

Morgen beginnt mein erster Schultag nach dem Referendariat. Ich bin an einem neuem Gymnasium angenommen, die Kollegen alle eher mittleren bis reiferen Alters, sowie zwei lieben Referendaren und einer jungen, dynamischen Sportlehrerin, die tatsächlich und gefühlt jede Sportart beherrscht und nebenbei den krassesten Damensixpack besitzt, den ich je gesehen habe.

Ihre Wahl für das Erzgebirge als beruflicher Mittelpunkt ist klar: Er nennt sich Klettern, Wandern, Wintersportarten und Rad fahren.  Je anstrengender, desto besser!

Auch ich war die letzten Tage in den Bergregionen unterwegs: Talsperre Eibenstock.

Felsformationen am Rand und im Wasser / Foto: Serebro (Panoramio)

Lange Spaziergänge sind nach stressigen Schultagen ein guter Ausgleich, weshalb ich mir bereits jetzt die nähere und weitere Umgebung ansehe.

Ich kenne viele Referendare, die während ihres gesamten Vorbereitungsdienstes ihr Zimmer auf dem Land nur für Artikelkäufe des täglichen Bedarfs verließen oder eben zur Schule liefen. Das ist der größte Fehler, den ein Lehrer machen kann. Unsere Seele und unser Körper braucht einen Ausgleich, das Auge muss sich beruhigen und nicht dauernd auf Lehrbücher und Bildschirme starren.

Die besten Unterrichtsideen kamen mir stets beim Durchstreifen von Wäldern, dem Liegen auf einer Wiese oder beim Schwimmen in einem See.

Die Seele und der Körper müssen „atmen“ können.

Deswegen mein Tipp für alle Stubenhockerjungpädagogen (denn die erfahrenen Lehrerinnen und Lehrer wissen das ja bereits!):

Wenn euch nichts einfällt, streift den Gedanken „Ich wurde in die Provinz für den Vorbereitungsdienst versetzt und habe deswegen keine Ablenkung, weil ich nicht spontan meine Freunde treffen kann“, ab und dankt eurem Schulamt für diese Möglichkeit.

Denn auch, wenn die Sommerferien in Sachsen bereits zu Ende sind. Den Urlaub vom Alltag findet man nicht nur auf Mallorca oder in Schweden, sondern auch direkt vor seiner Haustür.

 

 

Ich will nicht an einen Ort, der irgendwie hip ist. (Kraftclub 5/2015)

Hallo,

nach vielen Jahres des Lesens diverses Blogs von Lehrerinnen und Lehrern, Referendarinnen und Referendaren, Studienräten und Studienrätinnen, Quereinsteigern und Quereinsteigerinnen, traue ich mir endlich einen eigenen Blog zum alltäglichen und nicht alltäglichen Alltag als Lehrerin zu.

Doch, welches Thema lässt sich finden, welches sich von den anderen Blogeinträgen zumindest ein bisschen unterscheidet?

Horrorszenarien aus Neuköllner Klassenzimmern gibt es genauso, wie das Leid bayrischer Referendare eine Stelle zu finden, Kölner Mentoren erklären Methodik zur Differenzierung und Mathematiklehrer stellen witzige Zahlenrätsel auf…

Keine Chance also für mich eine Thema zu finden, zumal ich zu der breiten Masse (Gymnasiallehrerin mit den Fächern Deutsch/Geschichte) zähle und nicht mit exotischen Fachkombinationen, wie Altgriechisch und Biologie aufwarten kann.

So suchte ich weiter und fand schließlich mithilfe von Facebook  – Posts und der sächsischen Initiative „Sachsenstipendium“ (http://www.lehrerbildung.sachsen.de/sachsenstipendium.html) meine Idee.

Ich plädiere dafür außerhalb der Großstädte, fernab von jeglicher Metropolregion Lehrer oder Lehrerin zu werden, weshalb mein Blogname auch „Provinzlehrer“ heißt.