Korrekturkonferenz

Das Prinzip der Schreibkonferenz ist vielen Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern bewusst. Doch möchte ich heute auf die Korrekturkonferenz aufmerksam machen, die ich selbst bereits in den Jahrgangsstufen 5,8 und 10 ausprobiert habe und von allen Klassen Zustimmung zu dieser Methode erhalten habe.

Das Prinzip funktioniert folgendermaßen:

Die SuS schreiben einen Übungsaufsatz zu einem Thema (Beispiele: Klasse 5 – Erzählung einer Abenteuergeschichte, Tierbeschreibung; Klasse 8: Figurencharakteristik, Klasse 10: Interpretation einer Dramenszene aus FAUST I).

Dieser dient vorbereitend dem tatsächlichen Aufsatz. Ein Aufsatz, beispielsweise für eine Figurencharakteristik, hat ein vorher festgelegtes Erwartungsbild. Auch wenn das Aufsatzthema ein anderes ist, so ähneln sich doch die Erwatrungsbilder, da diese ohnehin recht offen gestaltet sein sollten.

Anbei eines meiner Erwartungsbilder (Klasse 8, Gymnasium, Figurencharakteristik):

Aufsatzbewertung

Dieses Erwartungsbild wird den SuS gegeben. Doch statt mithilfe der Kriterien ihren eigenen Aufsatz kritisch zu untersuchen, bekommen sie  entweder den eines jeweils anderen Mitschülers (Variante A) oder die SuS werden in Gruppen aufteilt, die quasi als Spezialisten für „Sprachliche Mittel“ , „Merkmale einer guten Einleitung“ , „Rechtschreibung“ etc. arbeiten (Variante B).

Sollte der Aufsatz fertig korrigiert sein (Variante A), wird es entweder an den Schüler zurückgegeben oder an einen zweiten Korrektor weiter gereicht.

Wenn der Aufsatz/die Aufsätze in den Arbeitsgruppen fertig ist, wird er an die nächste Arbeitsgruppe gegeben. Es entsteht ein zirkulares System, was meist dazu führt, dass fast alle Aufsätze von anderen gelesen werden.

 

Folgen der Methode:

Um bei anderen Fehler zu verbessern, muss man diese erkennen (was das für den Lernenden bedeutet, dürfte jedem klar sein ^^)

Das herausgegebene Erwartungsbild des Lehrers vermeidet Unsicherheiten. Die SuS wissen genau, was im Aufsatz gefordert sein wird. Daraus ergibt sich eine bessere Nachvollziehbarkeit der Bewertung.

Die SuS erkennen qualitative Unterschiede und wissen, an wen sie sich bei diversen Problemen (inhaltlich, grammatisch, Ausdruck) wenden können.

Sie sind in der Lage den Unterschied zw. einem Aufsatz mit NOte 2 oder 4 unterscheiden zu können.

Sie können zu Hause die „abzuarbeitenden“ Aspekte effektiv lernen/sich einprägen und somit sicherer in die Klassenarbeit gehen.

 

 

 

Autor: provinzlehrer

#Gymnasiallehrerin #Theater #Musik #Geschichte #Literatur

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